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Bildung, Kultur, Sozialaufbau und Frieden
„Wir setzen uns von denjenigen Auffassungen ab, für welche nicht der Mensch, sondern die Forschung an der Spitze steht. Wir glauben, dass Hochschulbetrieb nur soweit gerechtfertigt ist, als er Dienst am Menschen bleibt. (…) Menschliches Leben ist gemeinsames Leben von verantwortlichen Personen in der Welt. Nur als Teil dieses Lebens ist die Hochschule gerechtfertigt.“
„Blaues Gutachten“ des Studienausschusses für Hochschulreform, 1948, S. 11.
„Die Rechtsentwicklung“ ist kein Geschehen. Alle gesellschaftlichen Verhältnisse sind von Menschen gemacht. Wir können sie ändern. Eine Erfahrung der Menschheit:
„Alle Menschen sind frei und gleich an Rechten und Würde geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander mit Solidarität begegnen“, lautet der erste Artikel der UN-Menschenrechtserklärung von 1948. Diese Hoffnung sozial und global zu verwirklichen – darum geht es. Eine radikale Reform der Wirtschaftsweise ist für Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Frieden und Demokratie ist unerlässlich.
Dagegen richtet sich der Aufstieg der AfD und anderer national-autoritärer Bewegungen, Parteien oder Despoten. Sie sind Ausgeburten einer tiefen Krise des globalen Kapitalismus. Die Krise besteht darin, dass das Profitwohl mit dem Interesse der Vielen nicht vereinbar ist; die meisten Menschen wissen das. Die Funktion der extremen Rechten ist, die Konkurrenz zu verschärfen und Angst zu verbreiten. Sie greifen soziale Errungenschaften (Sozialstaat, Löhne, Gewerkschaften…) an, fördern Militarisierung und propagieren die Entlastung von „Leistungsträgern“ – also Milliardären. Mit Rassismus als Gärmittel wird diese Ungleichmacherei betrieben. Er dient der Spaltung der Vielen im Interesse der Wenigen.
Wir alle haben es in der Hand, stattdessen Solidarität für egalitäre, friedliche und aufgeklärte Verhältnisse zu dynamisieren. Die Unis sind da-für bedeutsam. Davon zeugt das „Blaue Gutachten“ (s.o.). Es zielte auf die grundlegende Reform nach Faschismus und Krieg 1945. Nie wieder sollte die (Hochschul-) Bildung ein Hort für Militarismus, Elitarismus, Nationalismus und Rassismus sein. Die Kommission schlug neben der konsequenten De-Nazifizierung vor: Gebühren-freie Bildung und ein ausgedehntes Stipendiensystem, damit Arbeiter:innen und Mittelschicht mit ihren sozialen Interessen in der Wissenschaft mitwirken; die Einrichtung von Wohnheimen; Abbau von Hierarchien und die Einheit von Lehre, Lernen und Forschen; die Demokratisierung der Bildung und eine echte studentische Selbstverwaltung. Eine bedarfsgerechte öffentliche Finanzierung sollte wissenschaftlicher Unabhängigkeit dienen.
Vieles davon ist erst mit der Studierendenbewegung in den 1960er und 70er Jahren durchgesetzt worden, zum Beispiel die Gebührenfreiheit und ein BAföG, das nicht zurückgezahlt werden musste und über 40 Prozent der Studierenden erreichte! Einiges wurde nicht verwirklicht oder wird unter neoliberalen Vorzeichen hart angegriffen. Für Humanität, Recht und Zuversicht brauchen wir Geschichtsbewusstsein und eine lebendige Kultur der Auseinandersetzung.
„Die Menschheit steht vor einer großen Entscheidung. Sie kann, durch den Triumph betrügerischer Gewalt, um Jahrhunderte, ja um Jahrtausende in ihrer Entwicklung zurückgeworfen werden und der moralischen Verzweiflung an sich selbst verfallen. Oder sie kann, durch schwere Heimsuchung belehrt, einen großen Schritt vorwärts tun in ihrer sozialen Bildung und Vervollkommnung.“
Thomas Mann, „Das Problem der Freiheit“, Rede, 17. Internationalen PEN-Kongresses in Stockholm, September 1939.
Die Uni als „Republik in der Republik“ kann und sollte ein Ort des Widerstands, der Wahrhaftigkeit und für Wohlentwicklung werden. Sie wird dies, wenn wir Studierenden verstärkt dafür eintreten und erkämpfte Rechte und Möglichkeiten wahrnehmen. Alle können offenen Disput, begründete Kritik, freundlichen Humor und gegenseitige Förderlichkeit gegen hohle Leistungsanforderungen, banale Oberflächlichkeit, rechten Stumpfsinn und verordneten Mangel kultivieren.
Über die Wahl zum Studierendenparlament hin-aus lassen sich Mitwirkende finden: für Wissenschaften, die sich aufrecht den Problemen dieser Zeit stellen (Zivilklausel!); für die bedarfsgerechte öffentliche Finanzierung von Bildung und Wissenschaft; für eine Studienreform, die Bildung als gemeinsame Entfaltung ermöglicht; für Kollegialität und kommunikative, diskriminierungsfreie Sorgfalt aller Hochschulmitglieder; für sozial anständige Arbeits- und Studienbedingungen.
Die Bedeutung organisierten Engagements wächst für steuerliche Umverteilung und eine wirtschaftliche Demokratisierung – für Bildung, Wissenschaft, Gesundheit, Sozialem, Kultur für alle; für ein verträgliches Mensch-Umweltverhältnis; für internationale Beziehungen, die auf Gerechtigkeit und Frieden zielen, statt auf Herrschaft und Profit. Dabei und dafür wachsen Alle!
„Wenn wir nämlich als Realpolitik eine Politik er-kennen, die sich nur erreichbare Ziele steckt und die sie mit wirksamen Mitteln auf dem kürzesten Wege zu verfolgen weiß, so unterscheidet sich die proletarische Massenpolitik im Marxschen Geiste darin von der bürgerlichen Politik, daß die bürgerliche Politik vom Standpunkt der materiellen Tageserfolge real ist, während es die sozialistische Politik vom Stand-punkte der geschichtlichen Entwicklungstendenz ist.“
Rosa Luxemburg
In dieser Tradierung sind wir aktiv: in Stupa, Fachschaften und Gremien, im Referat für internationale Studierende, im Bündnis für Aufklärung und Emanzipation (BAE!), in der Friedensbewegung, in Gewerkschaften, bei den Jusos, bei den Falken und in der SPD. Opposition wirkt!
Die Kandidierenden
Lars André Kaufmann Politikwissenschaft, Kritische Fachschaftsaktive Sozialwissenschaften, SPD
Thea Beyrich Kritische Aktive Sozialökonomie, Heimrat & Studierendenwerk, SPD
Alexander Laufs Jura, BAföG-für-Alle Kampagne, SPD
Golnar Sepehrnia Referat für internationale Studierende, Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten, DL21 - Die Linke in der SPD, SPD
Tobias Berking Kritische MIN-Studierende, Kampagne International solidarisch - Schluss mit Austerität, Zivilklausel
Helen Vogel Kritische Aktive in der Erziehungswissenschaft, Sozialistische Jugend Deutschlands -Die Falken, SPD
Hesam Jozvebayat FSR Medizin, Kritische Mediziner:innen, IPPNW - Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzt*innen in sozialer Verantwortung, SPD
Victoria Mader FSR Holzwissenschaften, Ziviler Hafen
Jhino Alberto Nino Diaz Kritische Aktive Sozialökonomie, Referat für internationale Studierende, Nuevo Perú
Camilo Siebert Kritische Aktive Geisteswissenschaften, Referat für internationale Studierende
Johanna Wellmann Geschichte, Kritische Aktive Geisteswissenschaften, SPD
Nora Feldhaus M. Sc Psychologie, Amnesty International
Chrissy Torrey Kritische Mediziner:inne, Referat für internationale Studierende
Ali Alwattar Heimrat aktiv im Studierendenwerk, Praxis ohne Grenzen
Abhishek Thakur MIBAS, Wohnheimaktiv
Akmal Kahn M.A. PEP
Lennart Vooth VWL, ver.di, SPD
André Bigalke GEW, DL21, SPD