Menü | HomePublikationenharte zeiten › Flugblatt der junge sozialist:innen & fachschaftsaktive an der universität hamburg vom

Aufbruch!

Einladung zum offenen Treffen mit Film

Liebe Genoss:innen, liebe interessierte Kommiliton:innen,
wir laden Euch herzlich ein zu unserem offenen Treffen am Freitag, den 16.02.24 ab 16 Uhr in Raum S27 in der Sozialökonomie (VMP9).

“Ich denke ihr seid in einer Situation wie wir damals 1964/65, als wir sagten: In diesem Land und unter diesen Zuständen halten wir es nicht mehr aus. Wir können nicht mehr. Wir müssen uns irgendetwas einfallen lassen. Aber wir hatten zunächst einmal überhaupt keine Vorstellung, dass es überhaupt möglich sei, eine solche Massenmobilisierung in Gang zu kriegen.“
Karl-Heinz Roth, Mitglied des SDS 1965-1970, in dem Film „Aufbruch – Die 68er-Revolte an der Uni Hamburg“ (2019).

„Denn der einzelne kann sich mit all denen zusammenschließen, die dieselbe Veränderung wollen, und wenn diese Veränderung vernünftig ist, kann der einzelne sich in einem imponierenden Ausmaß vervielfachen und eine Veränderung erzielen, die viel radikaler ist, als es auf den ersten Blick möglich erscheint.“
Antonio Gramsci, §54, Einführung ins Studium der Philosophie. Was ist der Mensch?, Gefängnishefte, Heft 10 (1932-35), Teil II

Dass seit einigen Wochen viele hundert Tausende auf den Straßen sind, um gegen die AfD zu demonstrieren, ist Ausdruck großer Unzufriedenheit. Die Würde des Menschen ist nicht nur durch die AfD hart infrage gestellt. Es wird Zeit, dass wir etwas verändern. Wir brauchen gesellschaftlich mehr Gleichheit, erhebliche soziale Verbesserungen, internationale Kooperation für Frieden, eine solidarische Alltagskultur und rundum eine praktische Aussicht, wie wir alle (globalen) Probleme nachhaltig lösen. Studium und Lehre müssen sich diesen Herausforderungen stellen. Mehr Sinn – mehr Freude. Um das zu erreichen, müssen wir Studierenden uns ernster nehmen, sowohl in unserer Unzufriedenheit als auch in unserer Bedeutung, etwas zum Positiven ändern zu können.

Die (weltweite) studentische Bewegung rund um „1968“ ist dafür beispielgebend. Sie wandte sich gegen alten und neuen braunen Muff, Kriegstreiberei und Konformitätsdruck – sie war ein emanzipatorischer Aufbruch für menschenwürdige Verhältnisse. An den Universitäten wurden so zugleich umfassende demokratische Mitwirkungsrechte und soziale Offenheit (Gebührenfreiheit und BAföG für sehr viele) durchgesetzt, sowie eine Dominanz der gesellschaftlichen Verantwortung von Wissenschaft und Bildung anstelle ihrer Unterordnung unter Kapitalinteressen.

Diese Ansprüche und Errungenschaften müssen nach über 30 Jahren der neoliberalen Marktanpassung von Bildung, Forschung und Lehre wieder bewusst gemacht, erweitert und lebendig praktiziert werden.

Der Dokumentarfilm „Aufbruch“ macht nachvollziehbar, wie in den 1960er Jahren Studierende (in Zusammenarbeit mit Lehrlingen und Schüler:innen) ihre verordnete Ohnmacht überwanden und eine tiefgreifende gesellschaftliche Modernisierung zum Wohle der Mehrheit erkämpften.

Zugleich ist der Film selbst ein Produkt von Studienreform-Kämpfen der jüngeren Zeit, denn er ist in einem drei Semester langen Projektseminar 2018/19 an der Uni Hamburg geschaffen worden. Somit mag er bei einer gemeinsamen Diskussion anregender Ausgangspunkt sein für die Frage, was wir heute weitreichend verändern wollen und können.

V.i.S.d.P.: Golnar Sepehrnia, Schützenstr. 57, 22761 Hamburg.
Herausgegeben von: harte zeiten - junge sozialisten & fachschaftsaktive an der Universität Hamburg.
Veröffentlicht am Montag, den 12. Februar 2024, https://www.harte--zeiten.de/artikel_1623.html