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8 . Mai 2025: Den Tag der Befreiung zum Feiertag machen!

Das Studierendenparlament möge beschließen:

Petitium

Das Studierendenparlament ruft die Fachschaftsräte anlässlich des 80. Jahrestages der Befreiung von Faschismus und Weltkrieg auf sich im Sommersemester 2025 an den uniweiten Projektwochen zum 8. Mai zu beteiligen.

Das Studierendenparlament fordert den AStA auf in die Stadtöffentlichkeit hinein für den 8. Mai als offiziellen Feiertag zu wirken.

Begründung

„Es gibt Leute, die sagen, nach Auschwitz kann man keine Musik mehr spielen und komponieren, keine Bilder mehr malen, keine Gedichte mehr schreiben. Das stimmt alles nicht. Im Gegenteil, man muss Musik machen, und ich bin so froh, dass ich heute solche Musik machen kann, die uns hilft, zu erinnern und nachzudenken. Das Leben geht weiter und man muss was tun, damit solche Verbrechen nie wieder passieren.“ – Esther Bejarano

An diesem 8. Mai jährt sich der Tag der Befreiung der Welt vom deutschen Faschismus zum 80. Mal. Obwohl dieser Tag schon seit 80 Jahren Anlass für einen Feiertag wäre, ist er es in der Bundesrepublik Deutschland noch nicht. Diesen Umstand sollten wir dringend ändern.

Insbesondere die Hochschulen, darunter herausragend auch die Universität Hamburg, trugen einen entscheidenden Teil zum Aufstieg der NSDAP bei.

Die studentische Vertretung der Uni Hamburg war schon einige Jahre vor der Machtübertragung fest in der Hand des NS-Studentenbundes. Die faschistischen Studierenden und Lehrenden taten sich durch ausgeprägten Antisemitismus, Antimarxismus und Antipazifismus hervor. Diese menschenfeindliche Kulturlosigkeit zur Revision der demokratischen Errungenschaften der Weimarer Republik wurde keineswegs von allen Mitgliedern der Hamburger Reformuniversität – selbst als erste demokratisch gegründete Universität eine Hervorbringung der Republik – hingenommen. Im Gegenteil machten Universitätsmitglieder sich über das idiotische Mitlaufen öffentlich lustig (Bruno Snell), befürworteten eine emanzipatorische Pädagogik in Seminaren (Wilhelm Flitner) und pflegten eine menschenfreundliche Medizin (Rudolf Degwitz). Die widerständigen Studierenden machten sich mit Diskussionen über Kunst und Literatur weitreichende Gedanken zur Überwindung des Faschismus und arbeiteten an der Zerstörung der Heimatfront (Candidates of humanity und die Hamburger Weiße Rose). Trotz dieser Widerstandstätigkeit aus der Minderheit der Universität heraus verlief gegen Rekonventionalisierung, Gründung der Bundeswehr, Marshallplan die Entnazifizierung der Universität Hamburg nach der Befreiung schleppend. Erst mit der Studierendenbewegung der 60er und 70er Jahre wurde die Aufarbeitung der „Hansischen Universität“ systematisch begonnen und mit der Demokratisierung und sozialen Öffnung der Uni wichtige Schlussfolgerungen gezogen. Diese Schlussfolgerungen sind heute aktualisiert zu verwirklichen.

Eingereicht von der Liste Links, den jungen sozialist:innen & fachschaftsaktiven, dem SDS* und CampusGrün (Vorlage 2425/80 und 2425/93). Angenommen in geänderter Fassung (vgl. TOP 7 im Protokoll 2425/113)

Veröffentlicht am Donnerstag, den 30. Januar 2025, https://www.harte--zeiten.de/dokument_1605.html