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Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der psychischen Situation der Studierenden
Das Studierendenparlament möge beschließen:
Der AStA wird beauftragt:
a) die FSRe, universitäre Kultur- und Künstler:innen-Gruppen sowie Initiativen einzuladen, ein studentisches, inklusives und internationalistisches (unkommerzielles) Kulturfest zu organisieren, das am besten in der Vorlesungszeit des SoSe, aber spätestens zur Eröffnung des Wintersemesters stattfindet.
b) in Kooperation mit den FSRn Sozialwissenschaften und Psychologie sowie weiteren interessierten Studierenden – ähnlich der Umfrage zur Sozialen Lage des FSR SoWi – eine Umfrage zur psychischen Lage der Studierenden an der Uni Hamburg zu ermöglichen, um das Thema in der Studierendenschaft stärker zu enttabuisieren und besser analytisch auf die zu lösenden Probleme aufmerksam machen zu können.
Begründung:
„Eine Studie der Barmer-Krankenkasse kam zu dem Ergebnis, dass etwa jeder sechste Studierende von einer psychischen Krankheit betroffen ist. Besonders verbreitet sind demnach Depressionen. "Für Abertausende entpuppt sich die Uni als wahrer Albtraum", erklärte die Krankenkasse anlässlich der Veröffentlichung der Studie.“
NDR SH-Magazin vom 8. Mai 2023
Nach der Pandemie, Eindämmung und Isolation folgten ein neuer Krieg, Aufrüstung, Sanktionen sowie Inflation für die Gewinnmaximierung der Energiekonzerne. Die Chancen auf eine befreiende, gerechte und nachhaltige Wende der gesellschaftlichen Entwicklungstendenz und die persönliche Bedeutung dafür scheinen für viele gemindert. Das ist sowohl mental als auch sozio-kulturell für alle eine dringend zu überwindende Bedrängung.
Schon vor der Corona-Krise sind durch Leistungsdruck und Entfremdung seit der Einführung des Bolognasystems die psychischen Probleme der Studierenden angewachsen. In der „Eindämmung“ haben viele versucht, erstmal allein oder in kleinsten Zusammenhängen die Situation zu „bewältigen“ – und wurden überwältigt, weil sie von der kulturellen und sozial gestaltenden Teilhabe an der gesellschaftlichen Entwicklung abgeschnitten waren. „Nach Corona“ kumulieren die sozialen und mentalen Krisen und werden unter dem Eindruck der weltweiten Krise in vielen Fällen noch größer.
Die Wiedergewinnung kollektiver studentischer Gestaltungsmacht und solidarischer Kultur am Campus ist nicht nur erforderlich, um dringend notwendige soziale Verbesserungen zu erkämpfen. Eine entsprechende studentische Aktivität zur sozialen Änderung der Gesellschaft ist auch die Grundlage für jede begründete Zuversicht, für Sinn und Freude im Studium, eine befreiende Persönlichkeitsentwicklung und damit für Würde.
Antrag eingereicht von Liste Links, junge sozialist:innen & fachschaftsaktive, SDS* (Vorlage 2324/7)