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Fünf Ringe, drei Streifen, ein klares Nein
Das Studierendenparlament hat beschlossen:
Unternehmertum und Profite im Kapitalismus beruhen prinzipiell auf der Ausbeutung von Mensch und Natur. Dennoch bestehen gewisse Unterschiede zwischen z.B. Amazon und dem Heymann-Buchhandel. Vor diesem Hintergrund rufen wir alle Studierenden zu kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart der Firma Adidas und ihren Produkten auf.
Die Firma Adidas ist Hauptsponsor des Deutschen Olympischen Komitees und hat ein weitgehendes Monopol bei der Ausstattung der Sportlerinnen und Sportler. Für die Sportartikelhersteller ist dieses Sponsoring ein riesiges lukratives Geschäft - die Ausgaben werden um ein Vielfaches kompensiert - kurzfristig durch den Verkauf von exklusiven Fanartikeln, langfristigen durch den Imagegewinn und die Dauerpräsenz.
Das Vermögen und die besondere Marktstellung der Firma Adidas beruht auf ihren Geschäften im Faschismus. Die beiden ursprünglichen Inhaber des damaligen Schuhherstellers Adolf und Rudolf Dassler traten im Mai 1933 in die NSDAP ein und zogen früh Vorteile aus der Ausschaltung der jüdischen Wettbewerber. Bei der Umstellung der deutschen Wirtschaft auf Kriegsproduktion erhielten sie schließlich ein Monopol auf Sportschuhe und -bekleidung, konnten die Olympischen Spiele 1936 in Berlin für sich nutzen und statteten u.a. die Deutsche Wehrmacht aus. Ab 1943 beteiligte sich das Unternehmen an der Rüstungsproduktion und beschäftigte auch Zwangsarbeiter.
Trotz dieser Vergangenheit wurden die Brüder nach 1945 lediglich als Mitläufer und unbedenklich eingestuft, durften ihre Gewinne und Fabrikanlagen behalten und weiter Geschäfte machen.
Die modernen Olympischen Spiele und skrupellose Geschäfte sind untrennbar miteinander verbunden - dies sei mit dem Boykottaufruf zu Bewusstsein gebracht.
Hamburg und die Welt haben etwas besseres verdient als Olympia (Spiele ohne Brot). Wir streiten für Breitensport, Ausbau des Schulsports, erweiterte Zugänglichkeit zu gut gepflegten öffentlichen Sportstätten und internationale Jugendsportspiele der Solidarität.
Eingereicht von der Liste Links, den jungen sozialist:innen & fachschaftsaktiven und dem SDS* (Vorlage 2526/052.01). Antrag angenommen.