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Kein Krieg schafft Frieden

,,Keinem vernünftigen Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden.“
Bertha von Suttner (1843-1914), österreichische Pazifistin und Schriftstellerin.

Intensiv wird dieser Tage in Medien und Politik die ,Lösung' des Konfliktes in Palästina, Israel und Libanon diskutiert. Und, das Mittel der Wahl ist, oh Wunder: Militär!

Während die Bewohner des südlichen Libanon sich darum sorgen, wie ihre Wohnungen, Schulen und Krankenhäuser, Wasserleitungen und Fabriken wieder aufgebaut werden können und die, wegen der erheblichen Unterlegenheit der Hisbollah sehr viel geringere Anzahl der Opfer auf israelischer Seite, sich ähnliche Gedanken macht, sollen als ,Hilfe' nun noch mehr Soldaten in die Region geschickt werden. Wie jeder Konflikt der letzten Jahre soll auch dieser militärisch ,gelöst' werden. In keiner der Regionen, die einer solchen militärischen ,Therapie' unterzogen wurden, herrsch heute Frieden: nicht in Jugoslawien, nicht in Afghanistan, nicht im Kongo und schon gar nicht im Irak.

Die ,Präventiv'-Kriegsdoktrin der US-Regierung, zu deren Vasall und Exekutor sich auch die israelische Regierung mit ihrem eigenen Krieg ,gegen den Terror' macht, ist eine Strategie der Zerstörung, Eroberung und Besatzung gegen all jene, die - aus welchen Gründen auch immer - der ,,neuen Weltordnung“ (Bush senior, im Irak-Krieg 1991) nach Ende des Kalten Krieges im Wege stehen. Einer Ordnung, in der die profitable Ausbeutung von Menschen und Rohstoffen der einzige Maßstab des Erfolges ist und das Kaufen und Verkaufen den Wert des Menschen bestimmen soll. Dies ist eine Welt des Krieges. (In dieses Programm fügt sich die ,,Wachsende Stadt“ des aktuellen Hamburg Senats - gebremst durch Widerstand - ein.)

Frieden, Humanität und weltweite Solidarität, vernünftige Kultur und Kooperation sind nicht käuflich. Der skrupellosen Ausnutzung aller Menschen für die unbegrenzten Gewinne weniger muß der solidarische Kampf für ein menschenwürdiges Leben entgegen gesetzt werden: Entspannung und Abrüstung, Umverteilung des weltweiten Reichtums zugunsten derer, die ihn erzeugen, Kultur und Bildung für und durch alle sowie die demokratische Bestimmung der ,res publica', das heißt der gesellschaftlichen Angelegenheiten der Menschen (und welche Angelegenheit wäre das nicht), erfordern den Widerstand gegen die Profiteure des Krieges.

Eine kluge, energische und internationale Friedensbewegung kann das Recht jedes Menschen auf die produktive Entfaltung der Persönlichkeit in einer zivilen, demokratischen und egalitären Gesellschaft durchsetzen: Das Ende der Duldsamkeit ist der Beginn der Wende, das unbedingte Nein zum Krieg ermöglicht Frieden. Darauf kann zuverlässig gebaut werden.

V.i.S.d.P.: Niels Kreller, Schützenstr. 57, 22761 Hamburg.
Herausgegeben von: harte zeiten - junge sozialisten & fachschaftsaktive an der Universität Hamburg.
Veröffentlicht am Sonnabend, den 19. August 2006, http://www.harte--zeiten.de/artikel_399.html