Menü | HomePublikationenharte zeiten › Flugblatt von harte zeiten vom

Bildungsthema Zukunft

"Die meisten Reformen für eine wirtschaftliche Genesung hat der Standort Deutschland noch vor sich. So das Fazit der Podiumsdiskussion, zu der die Arbeitsgemeinschaft Selbständiger Unternehmer (ASU) und der Bundesverband Junger Unternehmen (BJU) anläßlich der Preisverleihung an die Hamburger Unternehmer des Jahres geladen hatten. ... Auf der Baustelle Deutschland müsse vor allem ein Bauplan her und die Bildung das Zukunftsthema Nummer eins werden. Außerdem gehe es darum, das Steuer- und das Arbeitsrecht zu ändern und zu 'entregeln'."
("Deutschland braucht eine langfristige Vision", aus Die Welt vom 5.3.2005)

"Vor uns liegt, wenn wir richtig wählen, eine beständige Ausweitung von Glück, Wissen und Weisheit. Sollen wir statt dessen den Tod wählen, bloß weil wir unseren Streit nicht vergessen können? Wir wenden uns als Menschen an unsere Mitmenschen: Erinnert Euch Eurer Menschlichkeit und vergeßt den Rest! Wenn Ihr das vermögt, dann öffnet sich der Weg zu einem neuen Paradies. Könnt Ihr es nicht, dann droht Euch allen der Tod."
(Russell-Einstein-Manifest, Stellungnahme zur Atomkriegsgefahr aus dem Jahr 1955, verfaßt von Bertrand Russell und Albert Einstein.)

Wer lernt, tut dies, um zukünftig anders - besser - zu handeln. Die weiterhin vielstimmige Wiederholung und Verlängerung der neoliberalen Dogmen über Steuersenkungen, Deregulierung usw, ist dagegen nicht nur beleidigend trist. Es erfordert auch ein erhebliches Maß an zynischer Ignoranz, die weltweit lebensgefährlich zunehmenden Krisenerscheinungen von Krieg, Armut, Arbeitslosigkeit, Umwelt- und Kulturzerstörung weiterhin mit "more of the same" beantworten zu wollen. Dem kann auch die Feststellung, daß der profitable Einsatz dienstbarer Hände zunehmend dienstbare Köpfe erfordert und deshalb "Bildung das Zukunftsthema" werden müsse, nicht zu neuer Frische verhelfen.

Als außerordentlich dauerhaft und bewahrenswert erweisen sich dagegen die Erkenntnisse kritischer Geister. Als in den 1950er Jahren die USA mit der Entwicklung von Wasserstoffbomben begann, die die tausendfache Zerstörungskraft der Bomben von Hiroshima und Nagasaki hatten, verbreiteten zehn bekannte Wissenschaftler weltweit ein von Bertrand Russel und Albert Einstein verfaßtes Manifest in dem sie feststellten, daß die Menschheit sich in neuer Tragweite vor der Entscheidung zwischen Fortschritt und Vernichtung steht.

Heute werden neue (Atom)Waffen entwickelt, weltweit Angriffskriege geführt und durch Teilen und Herrschen Bürgerkriege angezettelt. Der Streit ist zu überwinden. Gegen die wenigen, die auf Kosten der Mehrheit und um den Preis ungeheurer Zerstörung profitieren vom alltäglichen Wettstreit, ist in Wort und Tat zu streiten. Dies ist zu lernen.

"Der Sieg der Vernunft kann nur der Sieg der Vernünftigen sein."
(Bertolt Brecht, Das Leben des Galilei.)

Wissenschaft ist die systematische Ausweitung der Vernunft. Das Studium derselben ist eine kooperative Angelegenheit. So wird die Zukunft gebildet.

V.i.S.d.P.: Niels Kreller, Schützenstr. 57, 22761 Hamburg.
Herausgegeben von: harte zeiten - junge sozialisten & fachschaftsaktive an der Universität Hamburg.
Veröffentlicht am Montag, den 24. Oktober 2005, http://www.harte--zeiten.de/artikel_316.html