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Erinnern, erkennen und handeln: Für Frieden und Menschenwürde!

„Es wäre wenig in der Welt unternommen worden, wenn man nur immer auf den Ausgang gesehen hätte.“
G.E. Lessing, Miss Sara Sampson (IV,9), 1755.

In der Nacht zum 9. November 1938 wurde in unmittelbarer Nähe zur Universität die Bornplatz- Synagoge (heute: Joseph-Carlebach-Platz) von Nazis geschändet. Diese Untat war Teil des organisierten Pogroms, mit dem die faschistischen Machthaber die Judenvernichtung und den Raubkrieg einläuteten, die rund 60 Millionen Menschen den Tod brachten.

Der Antisemitismus der Nazis war das rassistische Lügengebilde, um zum Raub jüdischen Eigentums und zum Angriff auf humanistische Kulturtraditionen aufzustacheln und diente dazu, der Bevölkerung einen Sündenbock für die tiefe Krise der Gesellschaft vorzuhalten. Diese mörderische Verneinung der Menschlichkeit fand ein Ende durch die internationale Solidarität aller antifaschistischer Kräfte: Vom arbeiterbewegten Widerstand bis zur Antihitlerkoalition, vom couragierten Kampf europäischer Partisanen bis zur unermüdlichen Aufklärungsarbeit exilierter Intellektueller. Die verbindende Kraft dieses Engagements war die Überzeugung, das Frieden und die gleiche Würde aller Menschen weltweit sozial verwirklicht werden können und müssen.

Diese emanzipatorische Haltung ist von ungebrochener Aktualität zur Überwindung global wachsender sozialer Ungleichheit, verschärfter Konkurrenz und Militarisierung im Zuge neoliberaler „Erfolgsorientierung“ und Profitmaximierung. Auch heute versucht die politische Rechte erneut „Sündenböcke“ für die schwere Entwicklungskrise der gegenwärtigen Gesellschaft ausfindig zu machen und mobilisiert dafür nationale, rassistische und antidemokratische Vorurteile. Aus Anlass des 74. Jahrestages der Reichspogromnacht ruft das Studierendenparlament daher alle Mitglieder der Universität zur Erinnerung an die faschistische Barbarei auf und zur Verwirklichung der weitreichenden antifaschistischen Konsequenzen, die spätestens 1945 aus ihr zu ziehen sind:

Demokratie, sozialer Fortschritt, zivile Verständigung und Frieden bedürfen unser aller vernünftiges Engagement!

Mahnwache anlässlich des 74. Jahrestags der Reichspogromnacht

Freitag, 09. November 2012, von 15.00 - 16.30 Uhr auf dem Joseph-Carlebach-Platz (Grindelhof).
An diesem Ort wurde im faschistischen Deutschland am 9. November 1938 die Bornplatz- Synagoge angezündet.

Veranstalter:
Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA);
Jüdische Gemeinde Hamburg;
Universität Hamburg.

Es sprechen:
Roy Naor, Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde Hamburg;
Viola Roggenkamp, Schriftstellerin und Essayistin;
Steffi Wittenberg, VVN-BdA;
Prof. Dr. Birthe Kundrus, Universität Hamburg und
Uwe Grund, Vorsitzender DGB Hamburg.
Moderation: Traute Springer-Yakar, VVN-BdA Hamburg
Unterstützer: Auschwitz-Komitee Hamburg; Bürgerinitiative Grindelhof; Mechadasch (Gedenk- u. Bildungsstätte Israelitische Töchterschule u. Arie-Goral-Sternheim-Gesellschaft e.V.); PAX Christi Hamburg Stadtteilschule Altrahlstedt; ver.di Landesbezirk Hamburg.

Veröffentlicht am Freitag, den 2. November 2012, http://www.harte--zeiten.de/dokument_1144.html