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Grün: ,,Alternativ“ ohne Alternative?

,,Zunächst einmal ist die Landesregierung nicht nur für die Großunternehmer, sondern auch für den Mittelstand da, der das Rückgrat unserer Wirtschaft ist. Aber ja, auch die Konzerne brauchen uns hin und wieder. (...)
Eine Vermögensabgabe ist höchst kompliziert zu erheben.(...)
Das Endlager für den radioaktiven Müll kommt dorthin, wo der sicherste Standort ist. (...)

FaSZ: Was wäre dann an der grünen Basis los?
Dann muß sich jeder in das Notwendige ergeben. (...)
Mein Gott, ich gehe seit 30 Jahren in der Fastnacht zum Froschkuttelessen. Das werde ich auch nächstes Jahr wieder tun.“

Winfried Kretschmann (Die Grünen), Ministerpräsident Baden-Württembergs im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, 25.12.2011.

,,Freiheit, Güte, Gerechtigkeit, Geschmack und Großzügigkeit sind Produktionsfragen, sagte Me-ti zuversichtlich.“
Bertolt Brecht, Me-ti: Buch der Wendungen.

Schon als Die Grünen 1980 gegründet wurden, entsprangen sie nicht allein einer kapitalismuskritischen Umwelt-, Friedens- und Demokratiebewegung, sondern sammelten auch erschreckte ,,Wert“-Konservative, Landfreunde, Esoteriker und Liberale. Seit der ,,Wende“ haben die betont Bürgerlichen an Einfluß gewonnen. Die tiefste Verbeugung vor der ,,Neuen Weltordnung“ war und ist ihre Zustimmung zu deutschen Kriegseinsätzen in aller Welt sowie die Beteiligung an der unsozialen Agenda-Politik.

Am Katzentisch der Macht angekommen wollen sie, daß diese Gesellschaft bleibt wie sie ist. Aber bitte ökologisch.

Hingegen wächst in der Bevölkerung der Unmut über die Asozialität ,,der Märkte“, die Macht der Konzerne, eine Farce von Demokratie, die Fortsetzung der Kriege, die Ratlosigkeit bezüglich des ewig strahlenden Atommülls. Solidarisches Engagement gilt Bildung, Kultur und sozialem Fortschritt für alle und erhöht den Druck auf Politiker, mit Sinn fürs Soziale zu handeln.

Dieser Sinn fehlt der grünen Partei gänzlich. Das hat sie in Hamburg mit einem Bündnis mit der CDU unter Beweis gestellt.

Konsum (bzw. Verzicht darauf) ersetzt nicht einen demokratischen Sozialstaat, bewußte politische Partizipation, humane Vernunft und sinnvolle Arbeit.

Weil Frieden auch nicht mit 3-Liter- Panzern geschaffen und Ökologie nicht an der Börse gehandelt wird, weil Bildung nicht nach den Geboten des Arbeitsmarktes und Kultur nicht durch Kommerz gedeiht, weil Demokratie nicht ohne vernünftige soziale Bedingungen funktioniert und außerdem Parlamente, Regierungen, der Birkenholzmöbelkatalog und das Internet nicht ihre höchste Form sind - weil also große gesellschaftliche Aufgaben echte Alternativen zum Bestehenden erfordern, sind Illusionen hinderlich.

Solidarität ist die menschliche Arbeits- und Lebensweise.

V.i.S.d.P.: Golnar Sepehrnia, Schützenstr. 57, 22761 Hamburg.
Herausgegeben von: harte zeiten - junge sozialisten & fachschaftsaktive an der Universität Hamburg.
Veröffentlicht am Mittwoch, den 28. Dezember 2011, http://www.harte--zeiten.de/artikel_1085.html